Hypnose


Anita Jung
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Trance wirkt auf einer tieferen, inneren  Ebene.



Therapeutische Hypnose - Hypnotherapie
Hypnosetherapie ist die älteste Heilmethode der Menschheit, die sich mentaler Techniken bedient, um leib-seelische Prozesse zu beeinflussen. Schon die Höhlenzeichnungen des urzeitlichen Menschen weisen auf hypnotische Gruppenrituale hin. Im schamanistischen Heilwesen der Naturvölker findet Ähnliches statt. Schriftliche Aufzeichnungen über hypnotische Heilrituale sind bereits aus den ersten Hochkulturen (Mesopotamien, Ägypten) überliefert.

Im Heilwesen der Antike waren hypnotische Techniken in Form des „Tempelschlafes“ verbreitet. Mit seiner Hilfe wurden heilsame Zustände erzeugt und therapeutische Suggestionen vermittelt. Nach dem Niedergang dieser Kulturen überdauerten hypnotische Behandlungsformen in den Zeremonien der Mönchsärzte, in Klöstern und Wallfahrtstätten.

Mit dem Aufkommen der Naturwissenschaften kam es zu einer Neuinterpretation der Hypnose. Zuerst wurde sie als Auswirkung eines „animalischen Magnetismus“ (Mesmer) gesehen. Im 19. Jahrhundert setzten sich schließlich psychologische Konzepte durch: Die geistig-psychischen Funktionen des Menschen stellten sich als Basis und entscheidende Wirkfaktoren der Hypnose heraus. Hypnose leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Psychologie als einer Wissenschaft. Gleichzeitig lieferte Sie wichtige Grundlagen und Bausteine für viele der heute gängigen Psychotherapiemethoden.

Als eine eigenständige Therapieform wurde die Hypnosetherapie im 19. und 20. Jahrhundert abwechselnd sehr populär und dann wieder zurück gedrängt. Um 1950 setzte verstärkt Hypnoseforschung nach modernen Standard ein und es kam zur Neufundierung der Hypnose als ein wissenschaftlich begründetes, hochwirksames Therapieverfahren. Diese moderne Hypnotherapie ist eng verbunden mit den Arbeiten des amerikanischen Psychologen und Facharztes für Psychiatrie, Milton H. Erickson. Die maßgeblich von ihm beeinflusste „Klinische Hypnose“ bzw. die Ericksonsche Hypnotherapie gilt international als der State of Art.

Hypnotherapie ist eine erwiesenermaßen effektive Methode (Grawe, Donati & Bernauer, 1994; Revenstorf & Prudlo, 1994). Die Fortbildungsseminare der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.) werden von den Landesärzte- und Psychotherapeutenkammern anerkannt.

Hypnose ist alleine noch keine Therapieform. Jedoch im Rahmen einer Hypnotherapie oder in Kombination mit einer Psychotherapiemethode hat sie nachweislich positive Wirkungen. Die Therapieforscher Kirsch, Montgomery & Sapirstein (1995, 1996) berichten von einer “doppelten Effektstärke”. Der Behandlungseffekt lässt sich also mit Hypnose signifikant steigern, was zu wirksameren und kürzeren Psychotherapien führt..


Anwendungsfelder
Klinische Hypnose bzw. Hypnotherapie wird vor allem im Rahmen der Psychotherapie und bei psychosomatischen Leiden, zur Schmerzkontrolle und bei Abhängigkeiten (z.B. zur Raucheentwöhnung) verwendet. Medizinische Hypnose findet zunehmend in der Allgemein- und Facharztpraxis Anwendung, z.B. bei Gynäkologen zur Geburtsvorbereitung. Zahnärztliche Hypnose wird eingesetzt bei Anästhetika-Unverträglichkeit, zur Schmerzkontrolle, zur Verringerung der Blutung und zum Abbau spezifischer Ängste.
Erfolgsaussichten

Die Wirksamkeit der Hypnotherapie ist wissenschaftlich belegt. Zum Beispiel wird in der bekannten Übersichtsstudie von Prof. Grawe (Univ. Bern) aufgrund einer Meta-Analyse von 19 besonders qualifizierten Effektivitätsuntersuchungen (insg. 1068 Patienten) der Hypnose eine gute Wirksamkeit bestätigt (Grawe et al., 1994). Prof. Revenstorf (Univ. Tübingen) kommt in seiner Übersicht über 77 wissenschaftliche Studien (insg. 5825 Patienten) zu einem noch günstigeren Ergebnis (Revenstorf & Prudlo, 1994).